Wie E-Commerce-Strategien den stationären Handel verändern

prudsys, prudsys RDE, Omnichannel, Handel, E-Commerce, Echtzeit, Personalisierung, stationärer Handel, POS, Point of Sale

Die Automatisierung und Digitalisierung ganzer Branchen macht auch vor dem stationären Einzelhandel nicht halt. Digitale Technologien machen es möglich – und damit auch erforderlich – Kundenbedürfnisse zeitnah individuell anzusprechen und zu bedienen. Dadurch wird eine erhebliche Dynamisierung der Marketingprozesse notwendig, die nur durch Automatisierung überhaupt bewerkstelligt werden kann. Ich als Leiter Business Development bei der prudsys AG beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Omnichannel-Handel und bin davon überzeugt, dass der stationäre Handel einen großen Vorteil hat: Viele erfolgreiche Konzepte können vom E-Commerce in den stationären Handel übertragen werden.
Briefkastenwerbung und Zeitungsbeilagen sind noch heute die erfolgreichsten und kostengünstigsten Werbemittel für den stationären Handel. Entsprechende Werbekampagnen werden Monate im Voraus geplant und logistische Prozesse darauf abgestimmt. Der Werbeerfolg wird genauestens analysiert und die neu gewonnenen Erkenntnisse fließen in spätere Kampagnen ein. Der stationäre Einzelhandel ist also bereits seit Jahren „data-driven“. Wodurch entsteht jetzt die Notwendigkeit zur Veränderung?

Für das Entstehen einer Briefkastenwerbung oder Zeitungsbeilage werden verschiedene Prozesse durchlaufen – von der Datenanalyse über die Kampagnenplanung, den Produkteinkauf und die Logistikplanung bis hin zur Kampagnenvorbereitung sowie der Kampagnenumsetzung. Das Durchlaufen dieser Stufen dauert im stationären Handel oft Monate, teilweise sogar bis zu einem Jahr und erfordert einen hohen manuellen Aufwand. Betrachtet man die Prozesse zur Entstehung digitaler Werbung im E-Commerce, dann werden dort ganz ähnliche Prozessstufen durchlaufen. Der wesentliche Unterschied liegt nur in der Dauer des Prozessablaufs: Im E-Commerce beträgt die Prozessdauer nicht Monate oder Jahre sondern nur wenige Millisekunden! Möglich ist dies, weil die Geschäftsprozesse durchgehend digitalisiert und dadurch auch voll automatisierbar sind.

Die Auswirkungen dieses beschleunigten Prozessablaufs sind enorm: Der Prozess kann nicht als linearer Prozess sondern als Kreisprozess ausgeführt werden, der immer und immer wieder durchlaufen wird, sobald ein neues Datum vorliegt. Alle zu einem potenziellen Kunden vorliegenden Informationen können unmittelbar genutzt werden, also auch solche, die gerade eben erst gewonnen wurden. Dadurch wiederum wird es möglich, potenzielle Kunden sehr gezielt individuell anzusprechen. Im E-Commerce spricht man deshalb auch von dem „Segment of One“ – jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment. Manueller Aufwand entsteht im Wesentlichen nur darin, die Effizienz des automatisiert ablaufenden Prozesses immer weiter zu verbessern.

Zum Ausspielen individueller Produktangebote werden jedoch digitale Kanäle benötigt. Im E-Commerce stehen hierfür hauptsächlich elektronische Newsletter und Internetwerbung oder Werbung in sozialen Medien zur Verfügung. Die Verwendung erfolgt dabei immer häufiger bedarfs- und nutzerbezogen. Werbeplätze im Internet werden zum Beispiel mittels „Real Time Bidding“ Verfahren genau dann erworben, wenn der betreffende potenzieller Kunde die werbende Webseite betritt.

Im stationären Handel müssen sich solche digitalen Werbekanäle erst noch durchsetzen. Die absehbaren Möglichkeiten lassen dabei aber keinen Zweifel aufkommen, dass dies erfolgen wird.

Mit den fortschreitenden technischen Entwicklungen in den Bereichen Smartphones, digitales Geld und Vernetzung von POS-Systemen, wie zum Beispiel den Displays an Waagen, Kassen und Kundenterminals, können bereits heute zahlreiche digitale Werbekanäle genutzt werden. Können den Kunden hier Mehrwerte hinsichtlich Relevanz der Werbung und Verbesserung der Beratungsqualität geboten werden, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese digitalen Kanäle bei den Kunden nicht mehr wegzudenken sind.

Gastautor: Silvio Steiger, prudsys AG

Weiterführende Beiträge:

Omnichannel – mehr als nur ein Buzzword? Ein Blick in die Praxis

Der prudsys Omnichannel Hub: Personaliserung erleben

Dynamic Pricing im stationären Handel: Wo geht die Reise hin?

0 Kommentare

Ihr Kommentar

Sie haben weitere Anmerkungen zu diesem Thema?
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.