Vom Bürostuhl in die Laufschuhe – Wenn die Firma läuft

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Firmenläufe gibt es mittlerweile in fast jeder Stadt und gesucht werden der schnellste Chef, das schnellste Team oder die schnellste Sekretärin. Auch in Chemnitz gehen am 2. September die Firmen wieder auf die Straße, um zu laufen. Doch was motiviert so viele Unternehmen an so einem Event teilzunehmen?

Sport verbindet

Für viele Unternehmen ist ein Firmenlauf eine Maßnahme zur Teambildung, die nicht nur an einem Tag stattfindet, sondern über mehrere Wochen hinweg. Das Ziel ist nicht nur der Lauf selbst, der das Wir-Gefühl steigern soll, sondern auch die gemeinsamen Trainingskilometer während der Vorbereitung. Natürlich bereiten wir uns als Unternehmen auch gemeinsam auf dieses Lauf-Event vor. So entsteht jedes Jahr eine abteilungsübergreifende Trainingsgruppe. Gerade bei einer räumlichen Trennung der Abteilungen ist eine gemischte Laufgruppe besonders interessant, denn es ergibt sich beim Training die ein oder andere Möglichkeit, sich mit einem Kollegen zu unterhalten, den man nicht jeden Tag am Kaffeeautomaten trifft.

Laufen in der Gruppe macht schneller

Auch wenn in einer Gruppe unterschiedlich schnelle Läufer sind, ist das gemeinsame Training effektiver, als das Einzeltraining. Grund dafür ist, dass beim Laufen mit einem Partner die eigene Schmerzgrenze steigt. Sportphysiologisch betrachtet:

Beim synchronen Gruppentraining (z.B. Rudern) ist die Ausschüttung der Endorphine (Glückshormone) höher als beim Einzeltraining. Diese Botenstoffe sind körpereigene Opiate und sorgen dafür, die Schmerzen der Belastung zu mindern. Dieser Effekt wurde bei einer Studie der Oxford Universität nachgewiesen und die genauen Zusammenhänge im Artikel der Zeitschrift Biology Letters beschrieben. Die Studienleiterin Emma Cohen wollte mit dieser Studie die Motivationsprozesse näher entschlüsseln, mit denen sich Menschen aneinander binden, besonders wenn synchrones Verhalten im Spiel ist.

Nachgewiesen wurde die erhöhte Endorphin-Ausschüttung bisher nur bei synchronen Sportarten, allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass dieser Effekt auch auf andere

Trainingsgruppen übertragbar ist.

Die „Lauf-Effekte“

Nicht nur das Training in der Gruppe wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Das Laufen selbst hat einige gute Effekte. Hier meine Top 5:

Besser Denken

Jeder weiß, dass die Anzahl der Gehirnzellen im Laufe des Lebens sinkt. Allerdings können Neuronen auch neu gebildet werden. Wer regelmäßig läuft, unterstützt nachweislich die Neurogenese und wirkt so dem Schrumpfprozess entgegen. Durch den Sport erhöht sich der Sauerstoffgehalt im Blut und das kommt vor allem dem Gehirn zu Gute.

Gesteigerte Fitness

Wer läuft, ist im Alter länger fit. Diese Aussage kennen wir alle – und sie stimmt! Denn durch das Laufen erhöht sich das maximale Sauerstoffaufnahmevermögen (VO2 max). Dieser Wert gilt als ein wichtiges Maß der körperlichen Fitness und nimmt ab einem Alter von 20 Jahren alle 10 Jahre um etwa fünf Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute ab. Der kanadische Arzt Roy Shephard hat in seiner Meta-Studie nachgewiesen, dass durch regelmäßiges Training das biologische Alter um bis zu 12 Jahre gesenkt werden kann. Ähnliche Ergebnisse wurden zuvor auch schon durch das HALE-Projekt nachgewiesen.

Besser Schlafen

Schlafen ist essenziell. Nachts arbeiten alle wichtigen Systeme, die für die Regeneration in unserem Körper verantwortlich sind auf Hochtouren. Defekte Zellen werden erneuert, Viren und Bakterien entsorgt und der Körper bereitet sich auf die kommenden Aufgaben vor. Daher ist es wichtig, dass wir erholsam schlafen. Doch häufig tun wir genau das nicht. Ein Grund ist die fehlende körperliche Belastung, der zweite Grund sind selbstgemachte äußere und innere Störeinflüsse. Ein moderates Lauftraining am Abend kann daher diese Hauptursachen für den schlechten Schlaf ausschalten.

Bessere Blutwerte

Das Laufen steigert nicht nur den Sauerstoffgehalt im Blut, sondern es verbessert auch noch die Blutfettwert. Der Grund dafür ist der Anstieg der HDL („high density lipoproteins“), die schädliche Blutfette von den Zellen zur Entsorgungsstation Leber wegschaffen. Ausdauertrainierte Menschen haben ca. 20–30% mehr HDL im Blutkreislauf.

Weniger Stress

Stress-Killer Laufen. Die Stressreaktion läuft nach einem Zwei-Phasen-Prinzip ab. In der ersten Phase wird Adrenalin ausgeschüttet, was im Körper zu einer kurzzeitigen Erhöhung von Herzschlag, Blutdruck und Blutzucker führt. Dauert die Stress-Situation an, wird die zweite Phase aktiviert, in der Cortisol ausgeschüttet wird. Das Cortisol wirkt ähnlich wie das Adrenalin, allerdings nicht so stark, dafür aber über einen längeren Zeitraum. Aus evolutionärer Sicht ist Stress immer mit Bewegung verbunden, also entweder Kämpfen oder Fliehen. Bei den modernen Stress-Situationen findet keine Bewegung statt, sodass der Adrenalin- sowie Cortisolspiegel auch nach der Stresssituation erhöht bleibt. Der abendliche Lauf unterstützt den Abbau der Stresshormone und wirkt so „befreiend“.

Das Wichtigste für mich ist, dass nach der körperlichen Anspannung des Laufens die Entspannung folgt – spätestens unter der Dusche. Kein Wunder, dass der Hamburger Sportmediziner Prof. Klaus-Michael Braumann sagt: „Laufen funktioniert wie Valium. Es ist nur gesünder.“

Eine einmalige Sache?

Die Teambuilding-Maßnahme „Firmenlauf“ sollte auf keinen Fall eine einmalige Sache sein, sondern fest in den Jahreskalender integriert werden. Im Idealfall bereitet man sich als Firma schon langfristig auf das Event vor, indem ein wöchentlicher Lauftreff eingerichtet wird. Für uns ist der Firmenlauf eines unserer Firmenevents, denn im Anschluss des Laufes kommt die ganze Firma beim gemeinsamen Grillen zusammen. Das erhöht zusätzlich den Zusammenhalt und macht auch noch Spaß.

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