Internet World 2017 – Top Standgespräche statt buntes Spektakel

Rückblick auf die Internet World Messe 2017 in München

Letzte Woche fand am 07. und 08. März die Internet World Messe 2017 in München statt. Die Veranstaltung hat seit Jahren einen festen Platz in unserem Eventkalender und gilt als eine der wichtigsten E-Commerce-Messen in Deutschland. Obwohl ich in der Vergangenheit schon mehrfach auf der Internet World war, fuhr ich mit stark geteilten Erwartungen in die Bayrische Landeshauptstadt. Für mein Empfinden war der Zeitpunkt der Messe unglücklich gewählt. Parallel zur Internet World Messe fand in Düsseldorf die EuroShop Messe mit über 113.000 Besuchern statt. Hinzu kam, dass gerade fünf Tage vor dem Beginn der Internet World die Online Marketing Rockstars (OMR) in Hamburg mit viel Getöse einen neuen Besucherrekord feierten. Was dagegen in München ablief, war in vielerlei Hinsicht ernüchternd. Doch es gibt auch viel Positives für Händler und Lösungsanbieter von der Internet World zu berichten.

Zahlen und Fakten zur Internet World Messe 2017

Die Veranstalter zeigten sich hochzufrieden mit der Internet World Messe 2017 und verkündeten ebenfalls einen neuen Besucherrekord. Das dürfte wohl niemanden überraschen. Vergleicht man jedoch die Wachstumszahlen der Internet World mit denen der dmexco in Köln und der bereits erwähnten OMR in Hamburg, zeigt sich ein ernüchterndes Bild. Die Internet World hat in Relation zu den beiden Konkurrenzveranstaltungen an Bedeutung verloren.

Die Internet World verbuchte in diesem Jahr nach Angabe der Verantwortlichen 16.480 Messebesucher, 400 Aussteller und 200 Speaker in den sogenannten Infoarenen sowie der neu eingeführten Trendarena. Im Vorjahr waren es gerade mal 500 Besucher weniger. Manch anderer würde das vielleicht als Stagnation bezeichnen. Dagegen sind die Besucherzahlen der OMR geradezu explodiert. Von 16.000 Besuchern im Jahr 2016 konnten sich die Veranstalter in Hamburg in diesem Jahr auf 25.000 Besucher steigern. Experten schätzen, dass die stetig wachsende dmexco im September 2017 die 60.000er-Marke knacken wird. 2016 waren es noch 47.000 Besucher.

Die ganz großen E-Commerce-Plattformen fehlten

Während in den fünf Infoarenen ausschließlich Anbieter und Dienstleister ihre Services vorstellten, war das Programm in der Trendarena deutlich abwechslungreicher. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden mit Branchenexperten wie Dr. Kai Hudetz vom IFH Köln oder Alexander Graf (Kassenszone.de) waren dort auch einige große Player wie Alibaba, Zalando oder Media-Saturn vertreten. Die flankierende Konferenz wurde dafür ersatzlos aus dem Programm gestrichen. Ebenfalls vermisst habe ich einige der ganz großen Shop-Plattformen und Marketing-Cloud-Anbieter. Salesforce (Demandware), Spryker, Adobe und SAP Hybris glänzten allesamt durch Abwesenheit. IBM fand lediglich auf der Bühne der bereits erwähnten Trendarena statt.

Für Aussteller und Händler nach wie vor relevant

Büßt die Internet World Messe gerade ihre Daseinsberechtigung ein? Die stagnierenden Besucherzahlen und das Fernbleiben einiger bedeutender Player könnte diesen Eindruck erwecken. Dem würde ich jedoch widersprechen. Okay, die Internet World kommt etwas konventioneller daher als zum Beispiel die OMR. Der Außenauftritt ist nicht so bunt, der Content auf der Messe nicht so hip und die Standpartys sind nicht so laut. Das muss aber nicht zwingend sein. Wenn man wie wir als Aussteller zu einer Messe fährt, zählen vor allem die Anzahl und die Qualität der Standgespräche. In dieser Hinsicht hat die Internet World unsere Erwartungen absolut erfüllt. Das Interesse an Themen wie Personalisierung und der Harmonisierung der Vertriebskanäle ist ungebrochen groß. Omnichannel, Marketing Automation, Dynamic Pricing und die Nutzung künstlicher Intelligenz waren einige der dominierenden Themen auf der Internet World. Eine Einschätzung, in welche Richtung sich der E-Commerce in den nächsten Jahren entwickelt, gibt mein Kollege Jan Lippert im Interview mit hmmh:

Man merkt außerdem, dass die Verantwortlichen ihren Job schon eine Weile machen, weshalb die Ablauforganistation vor und während der Messe reibungslos verlief. Einen kleinen Abstrich muss ich bei dem Thema WLAN machen. Die Datenübertragungsrate ist einer E-Commerce-Messe unwürdig. Es wäre wirklich toll, wenn die Verantwortlichen hier im nächsten Jahr nachlegen würden. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass die Internet World nach wie vor für Lösungsanbieter und Händler relevant bleibt. Sie ist die einzige größere E-Commerce-Messe im Süden Deutschlands, auf der man sich als Fachbesucher bereits im Frühjahr über die wichtigsten Handelstrends informieren kann. Insofern sind wir auch gerne im nächsten Jahr wieder mit einem eigenen prudsys Stand mit von der Partie. Servus!


Weiterführende Beiträge:

Unsere Top-Events der Handelsbranche 2017 in Deutschland

Der prudsys Omnichannel Hub: Personalisierung erleben

dmexco 2016 – der Kunde rückt weiter in den Mittelpunkt

 

0 Kommentare

Ihr Kommentar

Sie haben weitere Anmerkungen zu diesem Thema?
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *