Ein spanischer Mathematiker bei der prudsys AG

Ich bin Luis, ein 26-jähriger Spanier, der vor anderthalb Jahren nach Berlin gezogen ist. Seit einigen Monaten arbeite ich als Werkstudent am Forschungsstandort der prudsys AG in Berlin. Meine ersten Erfahrungen und Eindrücke, die ich dort gesammelt habe, möchte ich in diesem Beitrag mit Ihnen teilen.

Von Haus aus bin ich Mathematiker. Jeder Mathematiker weiß, dass die Antwort auf die Frage, was man denn als solcher beruflich macht, immer zu einem irritierten Gesichtsausdruck auf der Seite des Gegenübers führt. Mathematiker beschäftigen sich mit Mathematik. So weit, so gut! Doch was bedeutet das? Sitzen sie den ganzen Tag an ihren Schreibtischen und berechnen irgendwelche Formeln und Gleichungen? Meines Erachtens bedeutet es weitaus mehr, ein Mathematiker zu sein. Mathematiker sind vor allem dazu da, um neue Werkzeuge und Strukturen für die Lösung ganz praktischer Probleme zu schaffen. Dieses Mathematikverständnis herrscht auch bei der prudsys AG vor, was die Arbeit dort für mich so spannend macht.

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Das konkrete Ziel unserer Forschungsgruppe bei der prudsys AG besteht darin, ein neues mathematisches Framework für die Empfehlungsberechnung und die Preisoptimierung zu entwickeln – beispielsweise für die Anwendung einer Recommendation Engine in Onlineshops – wie mein Kollege Alexander Paprotny in diesem Video vom DATA-MINING-CUP 2014 in aller Kürze erklärt:

Dabei geht es hauptsächlich um die Verallgemeinerung früherer Modelle. Der Grund: Je „größer“ und „allgemeiner“ ein Modell ist, desto mehr Parameter können in Betracht gezogen werden. Das Modell entspricht somit einer exakteren Annäherung an die Wahrheit. Folglich steht unsere Forschungsarbeit vor der großen Herausforderung, mathematische Strukturen zu schaffen und zu implementieren, die uns bei der Erfassung dieser riesigen Modelle unterstützen, die sich manchmal wie echte, hochkomplexe Lebewesen verhalten.

Die zu erforschenden Strukturen sind unterschiedlichen Teilbereichen der Mathematik zugeordnet. Dazu gehören Approximationstheorie, Operatortheorie, Geometrie, Topologie, Wahrscheinlichkeitstheorie, Algebra, Finanzmathematik, Graphentheorie und noch einige mehr. Jeder von uns arbeitet relativ unabhängig in einem dieser Bereiche und entwickelt dort jeweils einen Teil der Struktur für das neue mathematische Framework, die später bei der Implementierung mit den Entwicklungen der Kollegen zusammengeführt wird. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir allein arbeiten müssen. Jeder Mitarbeiter der Gruppe wird ständig von den Projektverantwortlichen unterstützt (namentlich: Alexander Paprotny und Dr. Michael Theß), die uns immer zur Seite stehen und alle Abläufe koordinieren.

Viele Freiräume zu haben und diese Art von „Kreativität“ bei meiner täglichen Arbeit entfalten zu können, motiviert mich jeden Tag, mit Freude ins Büro zu gehen. Doch es ist nicht nur der Job an sich, der mir Spaß macht, es sind auch die Menschen dort. Die Stimmung im Büro ist wirklich toll, ebenso die unendliche Geduld, die meine Arbeitskollegen mit mir haben, während ich stetig versuche meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Doch das ist eine andere Geschichte, die ich gerne ein anderes Mal erzähle…

Gastautor: Luis Vera | prudsys AG


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