Dynamische Preisoptimierung im Fashion Handel – Besonderheiten einer dynamischen Branche

In meinem letzten Beitrag zum Thema Couponing und Bundling haben wir einige Branchen-spezifische Unterschiede gestreift, die im Zusammenhang mit Dynamic Pricing von entscheidender Bedeutung sein können. Darauf möchte ich noch einmal konkreter eingehen und aufzeigen, welche Branchen-individuellen Herausforderungen und Chancen die Dynamische Preisoptimierung mit sich bringt und wie Sie eine KI-Software perfekt darauf abgestimmt einsetzen.

In diesem Beitrag soll es um die speziellen Herausforderungen und Chancen in der Fashion Branche gehen. Sie ist in vielerlei Hinsicht besonders, das habe ich in etlichen Kundenprojekten erlebt. Grundsätzlich bietet diese Branche große Potentiale für die Dynamische Preisoptimierung, weil Kleidung zum einen stets gebraucht wird und weil die durchschnittlichen Margen vergleichsweise hoch sind. Schon allein dieser Umstand bietet KI-Verfahren zur Preisoptimierung einen großen Spielraum und schafft einen entsprechend großen Hebel für das Ergebnispotential. Nichtsdestotrotz sollten technisch und strategisch einige Anforderungen bedacht werden, um den maximalen Nutzen aus einer Dynamic-Pricing-Software zu generieren:

 

  1. Die Lebenszyklen vieler Fashion-Produkte sind vergleichsweise kurz – oft nur etwa 4 bis 6 Monate. In dieser Zeit muss ein Artikel erfolgreich eingeführt werden, in seiner Hochphase möglichst viel Gewinn einbringen und schließlich fristgerecht (und doch margen-schonend) abverkauft werden, um das Lager für die nächste Saison frei zu bekommen. Deshalb ist es hier besonders wichtig, Preise regelmäßig und zielorientiert anzupassen.

    Wie unterstützt eine Dynamic Pricing Software diese Anforderungen?
    • Die Software bietet verschiedene algorithmische Verfahren für die Bepreisung aller Produkt-Lebensphasen.
    • Die Software ermöglicht es, das Optimierungs-Ziel (Umsatz, Absatz, Gewinn etc.) für jede Produkt-Lebensphase und für jede Produkt-Gruppe differenziert zu steuern.
    • Die Software kann mindestens täglich aktuelle, nachfragebasierte Preise bereitstellen.

 

  1. Fashion-Sortimente sind in aller Regel sowohl breit als auch tief. Das bedeutet, dass sie zum einen viele verschiedene Produkte enthalten (so zum Beispiel Kleider, Röcke, Hosen, Accessoires oder Schuhe) und zum anderen viele Variationen dieser Produkte (z.B. Größen oder Farben). Daraus ergeben sich sowohl technische als auch strategische Anforderungen, will man das Sortiment erfolgreich dynamisch bepreisen.

    Welche Funktionalitäten muss eine Software zur dynamischen Preisoptimierung dementsprechend mitbringen?
    • Die Software muss Master-Varianten-fähig sein. Das bedeutet konkret, dass Master und Varianten sowohl als relationale Einheit (Stichwort: Family Pricing) als auch getrennt voneinander behandelt werden können – sowohl bei der algorithmischen Berechnung der Nachfrage als auch bei der finalen Preissetzung. Denn bestimmt hat ein Schuh aus der Kategorie Pumps in Größe 37 eine andere Nachfrage als in Größe 47 und soll – sofern das Teil der Strategie ist – vielleicht auch entsprechend abgestuft bepreist werden können. Die Pricing-Software muss also grundsätzlich Master- genauso wie Varianten-Preise differenziert berechnen und ausgeben können.
    • Die Software muss eine leistungsfähige Tracking-Funktionalität mitbringen, um auch die Nachfrage auf Varianten-Ebene detailliert erfassen und verarbeiten zu können. Denn diese bildet die Grundlage für die Absatzprognose und damit für eine optimale Preissteuerung.
    • Die Software muss große und komplexe Datenmengen performant verarbeiten können. Fashion-Sortimente bestehen auf Master-Ebene im Schnitt aus 20.000 bis 50.000 Artikeln, auf Varianten-Ebene sind es nicht selten mehrere Millionen. Eine Dynamic Pricing Lösung muss hier entsprechend linear skalieren, sodass es auch auf Varianten-Ebene möglich ist, die Nachfrage für jeden einzelnen Artikel zu erfassen (Tracking-Funktionalität), Preiselastizitäten und Absatzprognosen abzuleiten und optimierte Preise auszugeben.
  1. Promotions & Marketing-Aktionen sind integraler Bestandteil jeder Fashion-Saison und somit inzwischen auch Teil der Kundenerwartung. Um mit Promotions besonders erfolgreich zu sein und vor allem, um nicht zu viel Ertragspotential zu verschenken, sind zwei Dinge entscheidend: Sie müssen die RICHTIGEN Artikel in Promotionen einbeziehen, um die Kunden-Frequenz zu steigern. Und Sie müssen die RICHTIGEN Preise für alle Nicht-Promotions-Artikel setzen. In dieser Kombination erreichen Marketing-Aktionen große Erfolge, weil die Aktion an sich die Kunden-Frequenz antreibt und die Dynamic Pricing Software auf der anderen Seite die Marge aller anderen Produkte auf einem stabil hohen Niveau hält. So steigern Sie zugleich Frequenz, Absatz und Gewinn.

    Wie kann eine KI-gestützt Pricing Software Ihre Marketing-Kampagnen konkret unterstützen?
    • Die Software sollte Produkte für Marketing-Aktionen vorschlagen können, die zum Beispiel auf Basis der aktuellen Nachfrage besonders interessant für die Kunden sind.
    • Die Software sollte schnell und einfach gesteuert werden können, sodass Aktions-Produkte mit wenigen Klicks aus der algorithmischen Preisberechnung ausgeschlossen werden können.
    • Die Software muss in der Lage sein, Aktionen und „normales“ Kaufverhalten zu unterscheiden, damit Aktionen nicht grundsätzlich zu einer Senkung des allgemeinen Preisspiegels führen.

Prinzipiell sollte sich eine Software zur dynamischen Preisoptimierung möglichst nahtlos in Ihre bestehenden Prozesse einfügen. Sie sollte den Erfahrungsschatz und das Wissen Ihrer Pricing-Verantwortlichen nutzen und ergänzen können, so zum Beispiel um hochkomplexe Daten-Analysen und statistisch valide Entscheidungsvorlagen. Die Software muss Ihre bestehenden Preisbildungs-Prozesse unterstützen und dahingehend optimieren, dass Ihre Geschäftsfelder ein nachhaltiges Wachstum erreichen. Wie Sie ein solches Projekt angehen, erfahren Sie hier!

Mrs Pricing