Big Show at Big Apple – NRF 2016 Recap

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Vom 17. bis 20. Januar hieß es bereits zum 105. Mal: Willkommen in New York – willkommen zur Retail’s Big Show 2016. Die Leitmesse der amerikanischen National Retail Federation (NRF) machte erneut den Auftakt des noch jungen Eventjahres. Austragungsort war das frisch renovierte Jacob K. Javits Convention Center im Westen von Midtown in Manhattan. Auf zwei riesigen Messehallen präsentierten 580 Technologieanbieter rund 34.000 internationalen Fachbesuchern aus dem stationären Handel sowie dem E-Commerce ihre Lösungen. Flankiert wurde die Messe von einem umfangreichen Konferenzprogramm, das mit Top-Speakern aus Business und Politik aufwarten konnte. Darunter auch der ehemalige US-Außenminister Colin Powell sowie Paul Gainer, der geschäftsführende Vizepräsident von Disney.

Manhattan war demnach der „place to be“ für Führungskräfte und Entscheider aus dem Handel. Auch wir haben uns direkt vor Ort einen Überblick über die wichtigsten Trends und technologischen Entwicklungen verschafft. Dabei ergab sich ein überraschend klares Bild, wohin die Reise geht.

Analytics, Omnichannel und Dynamic Pricing im Fokus

Die NRF 2016 lässt sich im deutschsprachigen Raum noch am ehesten mit der EuroCIS vergleichen – nur deutlich größer und internationaler. Der Schwerpunkt liegt auf dem stationären Handel und weniger auf dem E-Commerce oder dem digitalen Marketing, wie es bei der dmexco der Fall ist. Gleichwohl stand zumeist eine Frage im Zentrum zahlreicher Konferenzbeiträge und Standgespräche: Wie kann sich der stationäre Einzelhandel im Zeitalter von Amazon und Smartphones und den immer weiter wachsenden Kundenanforderungen fit für die Zukunft machen? Diese wollen bekanntlich alles, jederzeit, an jedem Ort und das möglichst sofort. Zudem erwarten die Kunden heutzutage, dass sie beim Betreten eines Ladengeschäftes persönlich erkannt und auf der Basis ihrer Interessen und Vorlieben beraten werden. Die Nutzung von Kundendaten zur Verbesserung der Servicequalität durch Personalisierung ist im E-Commerce längst Standard. Der Branchenprimus auf diesem Gebiet, Amazon, übte somit einen größeren Einfluss auf die thematische Ausrichtung der Messe aus als alle anderen Player, ohne dabei selbst mit einem eigenen Stand vor Ort zu sein.

Geht man durch die Messehallen und spricht man mit unterschiedlichen Anbietern und Händlern, dann scheint für alle die Lösung des Rätsels in der Verschmelzung der Kanäle, der Aufhebung der Datensilos und der Nutzung von Innovationen aus dem E-Commerce zu liegen. Dies spiegelte sich auch in der Auswahl der Technologieanbieter wieder. Hersteller von Analytics- oder Omnichannel-Lösungen waren bei der NRF 2016 geradezu omnipräsent. Es geht den Händlern darum, ihre Kunden zu identifizieren, zu klären, wie und warum sie in den Laden kommen und wie sie diese Kunden vor, während und nach dem Einkauf am besten betreuen können. Und das sowohl offline als auch online.

 

 

 

 

Der US-amerikanische Handel kämpft aktuell mit den exakt gleichen Problemen wie der deutsche oder europäische, nur dass in den USA datenschutzrechtliche Erwägungen nahezu keine Rolle spielen. So ist auch die klare Ausrichtung auf SaaS-Lösungen nachzuvollziehen. Tatsächlich erwähnten einige Hersteller im persönlichen Gespräch mit uns, wie schwierig der deutsche Markt für sie aufgrund der dort vorherrschenden Datenschutzrechtlichen Bedenken sei. Unbestritten geht der Trend klar in Richtung Cloud-basierter Lösungen. Dennoch sind Technologieanbieter auf dem deutschen Markt gut beraten, zumindest auch eine On-Premise-Variante ihrer Lösung anzubieten.

Daneben fielen die zahlreichen Anbieter für Dynamic Pricing-Lösungen auf. Auch Hersteller von digitalen Preisschildern (Electronic Shelf Labels, kurz: ESL) fanden sich auf der NRF 2016. Die ersten großen Supermarktketten in Europa haben diese Technologie bereits ausgerollt oder sind gerade dabei. Hier standen vor allem Lösungen zur automatisierten Analyse und Optimierung von Produktpreisen im Fokus.

Tipps für Messebesucher

Die Veranstalter der NRF 2016 haben im Vergleich zum Vorjahr einige Verbesserungen unternommen, um den Konferenz- und Messebesuchern die Organisation zu erleichtern. Seit diesem Jahr gibt es zum Beispiel im Zentrum von Manhattan zwei Satellite-Registration-Points, an denen man sich bereits am Vortag zur Messe bequem einchecken kann, ohne direkt zum Convention Center fahren zu müssen. Das spart Zeit und Geld für das Taxi oder die Metro. Zudem empfehle ich den Download der offiziellen Messe-App. Diese bietet Besuchern nicht nur einen vollumfänglichen Überblick über das Konferenzprogramm sowie die Ausstellerliste, inkusive der Möglichkeit, sich Favoritenlisten anzulegen. Auch interessante Shopping-Tipps und Hinweise auf das Rahmenprogramm finden sich dort. Die Shopping-Tour bietet zum Beispiel eine Auswahl an Stores, die bereits innovative Use Cases umgesetzt haben und die man direkt vor Ort live ausprobieren kann. Besonders cool fand ich den Spiegel im Polo Ralph Lauren Store auf der 5th Avenue. Es handelt sich dabei um ein interaktives Touchdisplay, das die Anzahl der in der Kabine befindlichen Items registriert und über das ich z.B. auch einen Service-Mitarbeiter rufen, den Checkout-Prozess einleiten oder das Licht in der Kabine verändern kann.

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Unabhängig davon ist Manhattan ein Shopping-Mekka für alle modisch oder technisch interessierten. Nahezu alle großen Marken sind dort mit ihren Flagship-Stores präsent. Besonders lohnt sich meines Erachtens der Besuch von Niketown in der 57. Straße, der Apple Store auf der 5th Avenue an der Südöstlichen Ecke des Central Parks sowie der Store von B&H – Photo Video Pro Audio in der 9. Straße. Hier gibt es alles – aber wirklich alles – was das Herz des Technik-Geeks begehrt. Zuletzt noch ein Tipp für alle, die sich New York mal von oben anschauen möchten. Kauft euch ein Ticket für Top of the Rocks am Rockefeller Center und nicht für das Empire State Building. Dort habt ihr mindestens eine genauso schöne Aussicht von der Plattform in der 70. Etage – allerdings kostet der Eintritt etwas weniger (32 Dollar für Erwachsene) und der Publikumsverkehr hält sich stark in Grenzen.

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In diesem Sinne sage ich: Danke NRF 2016 und danke New York City für eine wundervolle und beeindruckende Zeit. Wir sehen uns bestimmt bald wieder.

 

Weiterführender Beitrag:

dmexco 2016 – der Kunde rückt weiter in den Mittelpunkt

 

 

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