5 Erfolgsfaktoren für die dynamische Preisoptimierung in der Consumer Electronics Branche

In meinem letzten Beitrag ging es bereits um branchenspezifische Besonderheiten bei der dynamischen Preisoptimierung – hier haben wir uns den Fashion-Handel genauer angesehen. In meinem heutigen Beitrag wird es um die Consumer Electronics Branche gehen. Sie ist eine der herausforderndsten Branchen, die ich im Projektgeschäft bisher kennengelernt habe. Denn sie dreht sich schneller als die meisten anderen Branchen und ist zudem von einer der stärksten Wettbewerbs-Dynamiken überhaupt getrieben. Um hier als Händler zu bestehen, ist die dynamische Preisoptimierung mittels einer KI-Software ein unverzichtbares Schlüssel-Instrument. Denn damit stellen Sie Ihre Wirtschaftlichkeit sicher und etablieren sich zugleich dauerhaft im globalen Wettbewerb. In diesem Blogbeitrag habe ich die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren für Sie zusammengetragen, die für das Dynamic Pricing mittels KI im Bereich Consumer Electronics entscheidend sind.

 

  • Saubere und detaillierte Produkt-Stammdaten

    Eine gute Datenqualität bildet grundsätzlich die Basis dafür, Prozesse erfolgreich zu digitalisieren und zu automatisieren. Für die dynamische Preisoptimierung ist die Qualität der Produkt-Stammdaten im Besonderen entscheidend. Je sauberer und je detaillierter die Daten vorliegen, desto erfolgreicher arbeitet eine Pricing-Software und desto vielfältiger sind die möglichen Business Cases. Enthalten die Produktstammdaten z.B. Attribute wie Marke, Farbe oder Modell eines Artikels, können Sie mit einer Pricing-Software bequem ganze Produkt-Familien intelligent und dynamisch bepreisen. Und auch das dynamische Bepreisen von Longtailern (Langsamdrehern) wird möglich, je mehr verschiedene Produkt-Attribute in den Stammdaten hinterlegt sind. Dazu werden die Attribute aller Artikel analysiert und entsprechende Preisgruppen gebildet. Anschließend werden die Longtail-Produkte – ebenfalls auf Basis ihrer Attribute – diesen Preisgruppen zugeordnet. So kann ein Ausgangs-Preisniveau für diese Artikel bestimmt werden, das die Basis für die weitere Preisoptimierung bildet.

  • Preiselastizitäten für jedes Produkt berechnen

    Für die Consumer Electronics Branche ist es besonders wichtig, mindestens täglich Preiselastizitäten auf Produktebene berechnen zu können. Diese werden sowohl für Preisentscheidungen genutzt und können darüber hinaus auch für Werbezwecke aktiv eingesetzt werden. In beiden Fällen ist die Nachfrage nach einem Produkt der Gradmesser für die Entscheidung. Gerade im Bereich Consumer Electronics fallen Margen oft sehr gering aus, sodass viele Produktpreise keinen großen Spielraum haben – vor allem gemessen am Wettbewerb. Hier können Sie die Preiselastizität nutzen, um gezielt Produkte zu identifizieren, die weniger stark im Verbraucher-Fokus stehen und damit auch weniger wettbewerbsrelevant sind. Diese Produkte lassen Sie dann durch die Pricing-Software Rohertrags-orientiert bepreisen, sodass Ihre Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichergestellt werden. Zusätzlich können Sie die Nachfrage auf Produktebene als Entscheidungsvorlage nutzen, um Ihre Werbe-Kampagnen aktiv zu steuern. So beziehen Sie z.B. stark nachgefragte Produkte bevorzugt in Ihre Marketing-Aktionen ein, um die Kunden-Frequenz respektive den Umsatz und Absatz gezielt zu erhöhen.

  • Kreuzpreis-Elastizitäten ermitteln und berücksichtigen

    Bei der dynamischen Preisoptimierung im Bereich Consumer Electronics ist es wichtig, Komplementäre und Substitute strategisch berücksichtigen und auch dediziert bepreisen zu können. Komplementäre Produkte, die gemeinsam gekauft werden (wie etwa ein Monitor und das passende Kabel), können über Kreuzpreiselastizitäten ermittelt und direkt als Bundle angeboten werden. Der zentrale Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, dass Sie als Händler zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, weil sie mit dem Bundle zugleich den Gewinn und die Frequenz steigern. Substitute sollten mittels der Pricing-Software berücksichtigt werden können, um vor allem Kannibalisierungs-Effekte bei der Preisoptimierung zu vermeiden. Ist eine Pricing Software in der Lage, Substitute zu identifizieren, können diese entsprechend relational bepreist werden. So führt der Absatz des einen Produktes nicht automatisch zum Nachfrage-Rückgang seines Substitutes bzw. seiner Substitute.

  • Zielabverkaufsdaten und Zielabverkaufsquoten

    Eine Dynamic Pricing Software sollte Zialabverkaufsdaten und -quoten bei der Preisoptimierung berücksichtigen und verarbeiten können. Diese Funktionalität ermöglicht zum einen das optimale Abschöpfen von Lieferantenboni oder Werbekostenzuschüssen. Zum anderen unterstützt sie zugleich gezielt Ihr Inventory Planning dabei, Ihre Lagerkapazitäten so zu planen, dass z.B. Auslaufmodelle abverkauft werden, bevor eine neue Geräte-Generation eingeführt wird.

  • Regelmäßige Preisanpassungen

    Branchen-Riesen wie Amazon geben häufig die Dynamik des Wettbewerbs vor – so auch im Bereich Consumer Electronics. Sie passen ihre Produkt-Preise zum Teil mehrmals täglich an. Um hier mindestens Schritt zu halten, sollten auch Sie auf regelmäßige Preisänderungen setzen. Eine Software zur Dynamischen Preisoptimierung unterstützt Sie dabei und nimmt Ihnen einen großen Teil der händischen Preispflege ab. Entsprechend Ihres Sortiments und entsprechend der aktuellen Einflüsse (z.B. neue Releases, bevorstehende Feiertage oder veränderte Nachfrage durch die Pandemie), können Sie Preise täglich, wöchentlich oder monatlich anpassen (lassen). Für jede Preisänderung durch die Pricing-Software können Sie außerdem die Business-KPIs vorgeben, auf die die Preisanpassung abzielen soll.

All diese Erfolgsfaktoren habe ich aus den Erfahrungen zusammengetragen, die ich in meinen Pricing-Projekten gesammelt habe. Speziell im Bereich Consumer Electronics bin ich überzeugt, dass Händler nur dann langfristig im Wettbewerb bestehen können, wenn sie auf dynamisches Pricing setzen. Sind Sie der gleichen oder ganz anderer Meinung? Ich freue mich auf unser Gespräch!

Mrs Pricing